![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Sie befinden sich hier: Autos / Mercedes 280 SEL "Blauer Klaus" / DER BLAUE KLAUS
Eine (noch) unvollendete Geschichte in mehreren Akten....
HIER ANKLICKEN ZUM NEUESTEN AKT! (nur wenn Du den Rest schon gelesen hast...)
2. Akt: Mitte Januar - 08. Februar 2006 "Die Überfahrt"
Wie bekomme ich ein nicht fahrbereites Fahrzeug mit wenig Aufwand aus der Schweiz nach Deutschland??? Fragen über Fragen...
Hänger hätte ich mir von meinem Freund Martin (Freund mit Werkstatt, später mehr von Ihm) leihen können, aber die Zugmaschine - ein ziemlich platter 380 SEC - packt das Gesamtgewicht nicht... Also nen Bus oder ähnliches bei nem Autovermieter dazuleihen! Kostet schlappe 120 Euro - plus Zusatzkilometer - nochmal ca. 100 Euro plus Benzin. Außerdem ist mindestens ein Tag weg, eher aber zwei - und ich hab' grad mal wieder Streß im Geschäft... Zeit ist knapp und außerdem Geld. Inzwischen erfahre ich, daß die Seilwinde an Martins Hänger kaputt ist! Schonmal versucht ein anderthalb Tonnen schweres Auto auf nen Hänger zu schieben? Hm... naja, wenn ich schon nen Bus miete, kann ich auch genügend Schiebehelfer mitnehmen! Irgendwie komme ich mehr und mehr zu dem Gedanken, daß die Hängermiet- und Selberfahraktion nicht der Weisheit letzter Schluß ist.
Erstmal dem Verkäufer das Geld vorab überweisen, damit er auch glaubt, daß ich das Auto irgendwann abhole!
Plötzlich kommt vom Himmel herab die unerwartete Hilfe! Mein Schwager kennt eine Autospedition, die demnächst irgendwie in die Schweiz muß und möglicherweise das Auto zu nem moderaten Preis abholen und nach Mannheim in Martins Werkstatt transportieren kann. Irgendwie und möglicherweise?????
Anruf bei der Spedition: "ja", "nein", "kein Problem"!
Ende 2. Akt:
Hurra! Mein Auto wird geholt, der Preis ist gut und ich muß mich nicht anstrengen! Danke Schwager!
Exkurs I: "Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft"
Während des 2. Aktes hab' ich Geburtstag, meine Nachbarn präsentieren mir voller Stolz diverse Geschenke!
1. Einen Wackeldackel (hab' ich mir gewünscht) 2. Eine Klorolle mit gehäkeltem Überzieher (selbstverständlich in Wagenfarbe) 3. Ein Typenschild von einem 450SEL (für's Selbstvertrauen)
Nachbarn sind einfach was tolles, vor allem, wenn sie Gerd und Petra heißen. Danke! 3. Akt: 08. - 16. Februar 2006 "Anlaufprobleme"
Voller Freude mache ich mich auf den Weg nach Mannheim in Martins Werkstatt. Kaum zuhause losgefahren, klingelt das Telefon und Martin verkündet mir: "Dei alde Kischd is schun do, isch fahr' se grad vum elkawe runna". Ich trete das Gaspedal durch, damit ich schneller zu meiner Neuerwerbung komme.
Ich stehe auf dem Hof vor der Werkstatt und kann mein Glück kaum fassen! Da steht er, ziemlich schmutzig vom Transport aber so wie ich ihn mir vorgestellt habe. Martin kommt dazu: "Uff de erschde Blick ned schleschd! Awwa unne misse mer erschd noch abwaade, bis er uff da Bühn iss".
Schnell noch Fotos machen! Fotoapparat vergessen! Martin teilt mir mit, daß er frühestens nächste Woche dazu kommt das Auto zum laufen zu bringen. Macht nix, ich hab' ja Zeit!
Ich laufe ca. 20 Mal um das Auto herum, öffne und schließe Türen, Hauben und Dach mehrfach (klappert da was?). Diverse Problemzonen tun sich (erwartungsgemäß) auf, na ja ich wußte: Ohne Arbeit wird's nicht gehen!
Ende 3. Akt
Der stolze Besitzer entfernt sich vom Werkstatthof und grübelt über die zu leistenden Arbeiten und den erforderlichen Aufwand.
6.Akt 22.März bis jetzt: Blech, Blech und ein Streifen am Horizont
Der Karosseriebauer aus dem 5.ten Akt machte mir ein Angebot von dem ich annahm, daß er mir die Innenschweller vergolden wollte. Also was tun? Ich hab' Martin angerufen, der mir am Telefon sofort sagte "Des is zu deier!" Keine zwei Stunden später rief er mich zurück, "bring die Kischd zu mir, des werd geregelt"! Danke Martin, daß es Dich gibt!
Also... Auto zurück nach Mannheim, der Karosseriebauer steht schon Gewehr bei Fuß! Er heißt Markus und fährt ein 123er Coupe, hat viel Erfahrung mit der Baureihe und ich ergebe mich in seine Hände. Skeptisch, aber gleichzeitig voller Hoffnung übergebe ich den Wagen (Wehe Dir Martin, wenn die Empfehlung nicht gut ist!)
Tags darauf kehre ich zurück in die Werkstatt, inzwischen ist der Schweller rechts weg und das Ausmaß des Rostbefalls ist erkennbar. Weniger als ich dachte, mehr als ich hoffte! Na ja, dann leg mal los, Markus.
Und er legt los! Teile werden gesäubert, Wagenheberaufnahmen gerichtet, Bleche geschnitten, gedengelt und gebogen.... was soll ich sagen, langsam fühle ich mich gut aufgehoben. Die Radläufe innen und außen werden erneuert, der Schweller angepasst.... ich steh' im Lichte des Schweißbrenners und bekomme ein gutes Gefühl!
Über den Termin der Fertigstellung mache ich mir langsam keine Illusionen mehr.... im August ist ein Treffen am Bieler See, das werd' ich grad so schaffen!
Fortsetzung 6. Akt... ein Streifen am Horizont ist noch lange nicht das Ende des Tunnels.... aber es wird heller!!!
Nach diversen Diskussionen hab' ich mich dazu entschieden die Schweißnähte aufzinnen zu lassen. Der Aufwand ist zwar sehr groß, aber erstens ist das Auto ja für mich..., zweitens hab' ich Zeit (hatte ich das nicht schonmal erwähnt) und drittens ist alles andere irgendwie unprofessionell! Inzwischen hab' ich soviele Restaurationsberichte im Internet und sonstwo gelesen, das die Entscheidung nur sein konnte: "Wenn schon denn schon!"
Und siehe da! Was bin ich stolz! Das sieht doch jetzt wieder richtig brauchbar aus! Markus mault (aber nicht wirklich bösartig!), Martin jammert (aber nicht wirklich bedenklich!) und ich grins' mir vor Freude einen ab! Was wird das für'n tolles Auto! Wenn's denn mal fertig wird.... wie gesagt, im August soll's zum Bieler See gehen! Wetten werden ab sofort angenommen.
Gerd ermahnt mich ab und zu, ich müsse jetzt mal langsam mit den Stoßstangen anfangen, weil das Auto schneller fertig wird, als man denkt! Ich lächle!!
Die Stoßstangen liegen zusammen mit der Inneneinrichtung in meinem Arbeitszimmer! Meiner Frau entlocken sie ein immer wiederkehrendes Seufzen! Sie seufzt allerdings nicht aus Vorfreude oder weil Sie's so toll findet, sondern weil die Rückbank das Sofa versperrt, welches gleichzeitig als Solariumliege dient! Jetzt wird's doch eh Sommer!
Fortsetzung II des 6.ten Aktes: Nach Rechts kommt Links!!!
Ich war mir sicher! Auf der linken Seite wird alles besser, die kann gar nicht so schlecht sein, wie die Rechte! Und? Ich hatte
Unrecht!
Alles wieder von vorne. Innenschweller unten vergammelt, Radlauf desaströs, jede Menge Arbeit! Und dazu noch ein Loch in der Stehwand, genau in Höhe des Sicherungskastens! Ok, ok, ich geb' zu, es war blauäugig zu glauben, daß der Innenraum wegen einer undichten Fensterdichtung feucht ist. Aber hätte dieses Loch nicht wenigstens auf der Beifahrerseite sein können? Der Autogott ist nicht gerade gnädig mit mir! Aber wart's ab Autogott: Ich schau Dir in die Augen und dann mal sehen, wer hier weiche Knie kriegt! Ich nicht! (schlotter!!!)
Martin und Markus lächeln, meine Frau schüttelt den Kopf und ich versuche meinen Blutdruck stabil zu halten! Auf ein neues Genossen: Da gehen wir durch! Irgendwo zuhause hab' ich noch alte LP's mit Liedern aus Urzeiten, als ich noch an Ostermärschen teilgenommen hab. Da sind Durchhalteparolen drauf, die werd' ich mir jetzt anhören! Ähm.... kann mir wer nen Plattenspieler leihen???
Weiter geht's mit Akt 6.
Eine eeeeewig lange Zeit des "Nichtstuns" am Auto ist gottseidank vorbei. Erst wurde Markus krank, dann mußte er zwei Wohnungen renovieren und zum Schluß Martins Werkstatt umgebaut. Fast zwei Monate stand der blaue rum, ohne erkennbaren Fortschritt. Jetzt endlich geht's wieder weiter! Der Schweller und der Radlauf links wurde erneuert. Langsam aber sicher erkennt man, was es mal werden soll.... Gleiche Prozedur wie auf der rechten Seite, nur mit etwas mehr Aufwand, da ein Reparaturblech (Radkasten innen unten vorne :-) ) in ganz Europa nicht mehr aufzutreiben war. Also mußte es Markus selbst dengeln.... und sowas dauert einfach ewig! Trotzdem, so langsam gibt's ein rundes Bild. Die Spaltmaße sind klasse und solange die Türen und die Kotflügel zur genauen Verarbeitung "reingepappt" sind, sieht's schon nach was aus. Leider kommt das alles gleich wieder ab...
Die Stoßstangen hab' ich hier im Wasserweg2 behalten, sie sahen ja noch ziemlich gut aus. Es war keinerlei Rost zu sehen, nicht mal der kleinste Pickel! Ich dachte mir "nimmst sie auseinander, konservierst sie und baust sie wieder zusammen". Weit gefehlt! Die vordere Stoßstange war unterhalb des Gummis komplett vergilbt. Wenigstens die hintere war in Ordnung, was meinen Frust ein wenig milderte.
Sieht so aus, als müsste ich demnächst eine Reise nach Ornbau unternehmen um mich dort beim "vdh" (Verein der Heckflossenfreunde) mit diversen Teilen, die inzwischen auf meiner Liste stehen einzudecken!
Der 6.te Akt nähert sich dem Ende.... hoffentlich....
So einiges ist inzwischen passiert, die Blecharbeiten nähern sich dem Ende. Wir mußten das linke Seitenteil etwas nach außen drücken, was nur mittels eines chirurgischen Schnitts im linken Eck des Kofferaums ging. Da wurde wohl (mal wieder) vom Vorbesitzer einiges verfummelt. Jetzt passt aber alles, die originalen Maße sind wieder hergestellt aber anstrengend war's schon....
Der linke Radlauf ist ebenso fertig wie der Schweller. Inzwischen hab' ich unter anderem neue (originale) Kotflügel und neue Rücklichter besorgt. Gut hat mir der Satz des Verkäufers gefallen: "Neue Lichter sind für einen Oldtimer wie frisch nachgezogener Lidschatten bei einer Frau!". Da sag' mal einer, der hätte keine Fanasie!
Im Fußraum auf der Fahrerseite sind doch etwas mehr Bleche reingekommen, als geplant... aber was ist bei diesem Auto schon planbar. Nach dem Abschleifen ist's als wär's nie anderes gewesen! Markus mein "Blechbatscher" schüttelt langsam nur noch den Kopf, mir ist's wurscht *lächel*
Nächste Woche kommt der Trockeneisstrahler, damit möglicherweise noch unentdeckte Schwachstellen zum Vorschein kommen. Viel kann's eigentlich nicht mehr sein! Tjaaaaaaa..... und dann geht's an den Motor und damit zum 7.ten Akt. Ich hoffe, daß das Abdichten (laut Martin eigentlich nicht notwendig, mir aber egal, jetzt wird wirklich alles gemacht) ohne Motorausbau geht, wenn nicht auch gut....
Übrigens! Endlich mal ein echtes Highlight! Nach Entfernen der Heckscheibe war in den unteren Ecken nur leichter Flugrost zu sehen, normalerweise sind dort selbst gute Autos vergammelt! Der Blaue scheint einfach nie mit dem aufzuwarten, was man eigentlich erwartet. So lange es aber solche positiven Überraschungen sind, soll's mir recht sein! Exkurs III: Martins neue, alte Werkstatt
Nach zweiundzwanzig Jahren (ich war von Anfang an dabei) hat Martin seine Werkstatt einer umfassenden Verjüngungskur unterzogen! Und ich muß schon sagen: Alle Achtung! Das hatte richtig Hand und Fuß, leider aber auch die Arbeiten am "Blauen" 6 Wochen lang lahmgelegt.
3 neue Rolltore (insgesamt jetzt also 4), neuer Boden (Zigaretten müssen jetzt im Aschenbecher ausgemacht werden....) und neues Licht. Früher entstand die hellste Illumination durch Handlampen, mit denen Unterböden oder Motorräume untersucht wurden, heute erhellt eine moderne Beleuchtung die gesamte Halle. Gut gemacht Martin! |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||